Der Lions Club Starnberger See – Ludwig II. unterstützt hier mit einer Vielzahl persönlicher Spenden das große Engagement von Hanni und Ernst Seebass, die vor über 30 Jahren die ‚Konkrete Hilfe für Ecuador e.V.‘ gegründet und diesem Projekt fast ihr ganzes Leben  gewidmet haben. Hier ein kurzer Bericht der Lage vor Ort im April 2016:

„Das Erdbeben in Ecuador im April 2016 hat uns all unerwartet getroffen und in all den Wochen danach wird jetzt immer von Neuem deutlich, wieviel solch ein Beben an Zerstörung und Zusammenbruch mit sich bringt. Dies nicht nur in Bezug auf die eingestürzten und baufälligen Gebäude, sondern v. a.  die verschütteten Menschen, die für uns zunächst im Mittelpunkt standen. Wir wussten, dass es besonders wichtig ist, in den ersten 4-6 Wochen die traumatisierten Kinder zu versorgen. Das haben wir auch in der 3. Woche dann in einem nicht gefährdeten Außenbezirk, wohin viele geflüchtet waren, mit einer Therapeutin aus Quito und unserer Vertrauensperson in Manta sofort begonnen. Das war gut so, denn eigentlich war gerade Anfang des neuen Schuljahres , aber niemand schickte seine Kinder in die Schule, da es über 300 Nachbeben gab und Eltern und Kinder zusammenbleiben wollten.

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Dann machte sich unsere Freundin auf den Weg in die Stadt s. Fotos und in ihre Schule, wo sie mit behinderten Kindern gearbeitet hatte, um zu sehen, wie es um die Schule steht. Die Mauern waren teilweise eingestürzt und das Schlimme war, dass die Menschen kamen und Tische und Bänke, Ventilatoren bis hin zu Wasserhähnen und Kloschüsseln gestohlen hatten. Wir wollten helfen, die Mauer zu reparieren , aber das war zu teuer (allein 3000 Dollar Material) aber das wollte ja alles der Präsident machen und so gingen wir zur Konkreten Hilfe über.

Es fehlt in der Stadt an Wohnraum, aber auch an Essen und Unterstützung, da ja auch viele Arbeitsplätze verlorengegangen waren. Dann kam es erneut zu schweren Beben ( bis 6,8 ) und in dieser Woche erschreckte wieder ein heftiger Erdstoß die Menschen in Manta. Eines Nachts erlebten wir beim Skypen direkt mit – wie ein heftiger Erdstoß kam und wie der 13j. Naim plötzlich laut panisch schrie und nur ganz schwer u beruhigen war. Wir können uns alle die wahren Ausmaße nur schwer vorstellen.

Zunächst kam es zu der „Konkreten Hilfe für Manta“ mit einem Notfallfond, über den Frau Jativa frei entscheiden kann, in Form von Milch, Lebensmittel , Miete, Windeln als Beispiel für ein blindes junges Ehepaar mit einem 2 Monate alten Säugling , sowie Materialkauf für 25 Kinder durch die Therapeutin aus Quito, sowie Reparatur von unterbrochenen Stromleitungen. Dann die Hilfe für den Start ins neue Schuljahr durch Unterstützung bei der Beseitung von Schutt in den Klasszimmern und im Schulhof. Mit Hilfe der Spende durch den Lions Club wurden Ziegel, Zement und Sand gekauft und mit einer kleinen Maurerfirma und viel Mitarbeit der Eltern 2 Klasszimmer und der Schulhof instandgesetzt. Als die Spenden bei uns eintrafen, dachten wir sofort an die eingestürzten Häuser, Kliniken , Schulen… aber merkten von Woche zu Woche , wie viele Nöte aufgebrochen waren und wo wir leise und im kleineren Rahmen helfen können, eben die Hilfe, die wirklich bei denen ankommt, die besonders betroffen sind.“